Antibiotika-Resistenzen im Fokus

Dorfblatt

Antibiotika-Resistenzen im Fokus

Vor rund zwei Jahren wurde im Dorfblatt schon einmal über die mögliche Durchführung einer Studie zu Antibiotika-Resistenzen im Traminer Altenheim und in dessen Umfeld berichtet. Ende vergangenen Jahres wurde diese dann effektiv durchgeführt. Vor kurzem wurde den MitarbeiterInnen des Altenheims bei einem Info-Abend die Ergebnisse vorgestellt.

Das wohl Wichtigste gleich vorweg: sie sind beruhigend. Und eigentlich besser ausgefallen, als sich die Fachleute im Südtiroler Sanitätsbetrieb erwartet hatten. Die Ergebnisse der „Multidisziplinären Studie zur Verbreitung multiresistenter Bakterienstämme und zum Antibiotikaverbrauch im Gebiet von Tramin“.

Dazu wurden Probenmaterialien (Stuhlabstriche) vom Mensch (Bewohner und Mitarbeiter des Altenheims), aus der Umwelt (Abwasserproben vor Eintritt in die Kläranlage) und vereinzelt auch Tieren untersucht.

Denn weltweit nehmen Antibiotika-Resistenzen immer noch zu und stellen eine der größten Herausforderungen für die öffentliche Gesundheit und die medizinische Praxis dar. In Südtirol treten sie weniger oft auf als z.B. im restlichen Staatsgebiet. Das war bereits bekannt. Die jetzt durchgeführte Studie hat dies aber noch einmal bestätigt.

ESBL-bildende Bakterien (zeichnen sich dadurch aus, dass sie bestimmte Antibiotika unwirksam machen können) wurden sowohl im Heim als auch im untersuchten Abwasser nachgewiesen. Alles lag aber im erwarteten Rahmen bzw. deutlich darunter.

Bei Personen, denen Antibiotika verabreicht wurden, wurden ESBL-bildende Bakterien häufiger nachgewiesen, als bei anderen. Die isolierten Stämme im Heim waren ähnlich, die Variabilität im Gemeindegebiet hingegen sehr viel größer. Wichtig: „Superbugs“ genannte multiresistente Keime wurden im Verlauf der gesamten Studie keine nachgewiesen.

Wir im Altenheim freuen uns über unseren kleinen Beitrag, den wir zum Gelingen des Forschungsprojektes leisten konnten. Und erinnern an dieser Stelle auch, dass jeder durch eine angemessene Händehygiene dazu beitragen kann, die Verbreitung krankmachender Keime zu verhindern.

 

Frau Dr. Michela Castioni und Frau Dr. Piera Ceschi vom Südtiroler Sanitätsbetrieb bei der Vorstellung der Ergebnisse der Studie zu Antibiotika-Resistenzen im Altenheim.

 

Die Direktorin des Betrieblichen Labors für Mikrobiologie und Virologie in Bozen, Frau Dr. Elisabetta Pagani gab zusätzliche Hinweise.

 

Dr. Richard Aschbacher vom Betrieblichen Labor für Mikrobiologie und Virologie bei seinen Erläuterungen.